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CERCForschungsschwerpunkte

Forschungsschwerpunkte

Hauptinhalt

 

Das CERC erforscht natur- und sozialwissenschaftliche Grundlagen zu sechs Themenschwerpunkten. Basierend auf einem umfassenden Prozessverständnis und in Kombination mit Projektionen der zukünftigen Entwicklung unterstützt es den raschen Wissenstransfer zwischen Expertise und Praxis in der Schweiz und in anderen Gebirgsländern.

Dies mit dem Ziel, direkt, unmittelbar und effektiv Nutzen zu schaffen und gezielt und interdisziplinär Wissen und Erfahrung zu vermitteln. Die Erkenntnisse werden auch in der Lehre und im Sinne des Wissens- und Technologietransfers weitergegeben.

  

Wetter- und Klimaextreme im Alpenraum

Wetter- und Klimaextreme im Alpenraum nehmen mit fortschreitender globaler Erwärmung zu. Die Intensivierung von Extremwetterereignissen ist einer der folgenreichsten Aspekte des Klimawandels. Diese haben das Potenzial im Alpenraum soziale und wirtschaftliche Krisen auszulösen, u.a. durch eine Erhöhung der Häufigkeit und der Auswirkungen von Naturgefahren oder durch den Verlust von bislang verfügbaren Ökosystemleistungen. Das Zentrum trägt mit seiner Forschung dazu bei, Auswirkungen dieser Extreme und damit verbundene Risiken besser zu verstehen und Lösungen zu finden, wie diese zum Nutzen der Gesellschaft gemildert oder bewältigt werden können.

Der Aufbau der entsprechenden Forschungsgruppe erfolgt 2022.

 

Permafrost

Der Permafrost prägt die alpine Gebirgslandschaft und spielt eine wichtige Rolle z.B. für die Planung und den Bau von Hochgebirgsinfrastrukturen, für das Naturgefahrenmanagement oder die Landschaftsentwicklung. Erwärmt sich der ständig gefrorene Boden oder taut er auf, können sich die Häufigkeit und das Auftreten von Naturgefahren wie Felsstürzen oder Murgängen verändern. Mit seiner Forschung sowie der langfristigen in-situ Beobachtung in Permafrostgebieten erarbeitet das Zentrum wichtige Grundlagen zum thermischen Zustand der Permafrostböden und deren Dynamik. Das Ziel ist es, Änderungen zu dokumentieren, Prozesse besser zu verstehen und zukünftige Entwicklungen frühzeitig zu erkennen, um schliesslich Risiken und Gefahren vorzubeugen.

Weitere Informationen: Forschungsgruppe Permafrost

 

Fernerkundung, Früherkennung und -warnung

Der Klimawandel wirkt sich auf den Alpenraum verstärkt aus und das Potenzial für Naturgefahrenprozesse im Hochgebirge steigt. Wo es zu extremen Ereignissen kommt, ist aber nicht vorhersehbar, und ein vollständiger Schutz von Siedlungen und Verkehrswegen ist technisch und ökonomisch nicht möglich. Fernerkundungs-Systeme am Boden, auf Drohnen, Flugzeugen oder Satelliten werden immer mehr zu einem wichtigen Werkzeug in der Naturgefahrenforschung. Damit lassen sich Ereignisse genau dokumentieren, Veränderungen laufend erfassen und mögliche «Hotspots» frühzeitig erkennen. Die Kombination von Optischen- und Radar-Fernerkundungssystemen hat ein grosses Potential, das Sicherheitsniveau zu erhöhen. Das Zentrum erforscht, wie solche Systeme in Zukunft optimal im hochalpinen Gelände für die Dokumentation, die Erkennung und die Prävention von Naturgefahren eingesetzt werden können.

Weitere Informationen: Forschungsgruppe Alpine Fernerkundung

 

Alpine Massenbewegungen

Um die Folgen des Klimawandels auf Bewegungs- und Ablagerungsprozesse von Schnee-, Fels- und Eislawinen abschätzen zu können, ist es unabdingbar, eine breite Palette an Szenarien zu berücksichtigen, auch solche, für die es noch kaum Referenzfälle gibt. Somit kommt der Simulation der Dynamik von solchen alpinen Massenbewegungen eine zentrale Bedeutung zu. Sie bildet in Zeiten unvorhersehbarer Veränderungen die Grundlage für die Gefahrenbeurteilung und die Planung von Schutzmassnahmen. Das Zentrum erforscht in Feld- und Laborexperimenten die Entstehungs-, Bewegungs- und Ablagerungsprozesse von Lawinen, Hangrutschungen, Murgängen und Steinschlag und bildet diese mit physikalischen Modellen ab. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Verkettung von Gefahrenprozessen. Damit unterstützt es ein risikobasiertes, nachhaltiges Management von Naturgefahren.

Weitere Informationen: Forschungsgruppe RAMMS Rapid Mass Movements

 

Gebirgsökologie und Schutzwald

Gebirgsökosysteme sind grossen Veränderungen durch Klimawandel, Landnutzungsänderungen und natürlichen Störungen ausgesetzt und werden in Zukunft gegenüber verschiedenen Extremereignissen noch stärker ausgesetzt sein. Dies beeinflusst die Schutzfunktion des Waldes gegenüber Naturgefahren, aber auch verschiedene andere Umweltdienstleistungen wie Erholungsfunktion, Habitate von Tier und Pflanzenarten, Klimarückkoppelungen oder die nachhaltige Nutzung regionaler Produkte. Das Zentrum trägt mit seiner Forschung dazu bei, solche Veränderungen von Gebirgsökosystemen besser zu verstehen und deren zukünftige Auswirkungen abzuschätzen. Darauf aufbauend können Massnahmenoptionen erarbeitet werden im Hinblick auf die Prävention vor Naturgefahren und die nachhaltige Sicherstellung und Optimierung der Verfügbarkeit von Umweltdienstleistungen in Gebirgsräumen.

Weitere Informationen: Forschungsgruppe Gebirgsökosysteme

 

Risikomanagement, Risikokommunikation und Resilienz

Gebirgsräume in der Schweiz, wie der Kanton Graubünden, sind durch Naturgefahrenprozesse wie Lawinen, Murgänge, Hochwasser, Rutschungen oder Steinschlag bedroht. Ein angemessener Umgang mit den Risiken aus diesen Gefahren ist für die nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft in Gebirgsräumen von grundlegender Bedeutung. Das Schaffen von Wissen und Bewusstsein über die Auswirkungen und Risiken von Naturgefahren, deren Unsicherheiten und mögliche zukünftige Entwicklungen ist für die Risikokommunikation und die Erarbeitung von optimalen Massnahmenkombinationen im Rahmen des integralen Risikomanagements zentral. Damit kann die Resilienz der Gesellschaft, d.h. die Widerstands-, Regenerations- und Anpassungsfähigkeit, sowohl für häufige als auch für extreme Ereignisse erhalten und erhöht werden.

Die Gruppe erarbeitet risikobasierte und praxistaugliche Methoden, die helfen, mit den Risiken von Naturgefahren umzugehen und dabei den Unsicherheiten, die sich durch Klimaänderung und gesellschaftliche Entwicklungen ergeben, Rechnung zu tragen. Diese Methoden können auch in der Risikokommunikation eingesetzt werden und unterstützen die Entwicklung von optimalen Massnahmenkombinationen für eine angemessene Sicherheit. Wir decken mit unserer Arbeit sowohl seltene Extremereignisse als auch häufigere Ereignisse ab.

Weitere Informationen: Forschungsgruppe Risiko und Resilienz